Earnings per Click (EPC) beschreibt im Affiliate- und Performance-Marketing, wie viel Ertrag durchschnittlich pro Klick erzielt wird. Die Kennzahl verbindet den erzeugten Traffic mit den daraus entstandenen Provisionen und macht unterschiedliche Partnerprogramme, Werbemittel oder Trafficquellen besser vergleichbar.
Wichtig ist die genaue Definition des jeweiligen Netzwerks. Viele Plattformen verwenden EPC tatsächlich als Verdienst pro einzelnem Klick. In Teilen der Affiliate-Branche wird EPC dagegen als „Earnings per 100 Clicks“ ausgewiesen. Zwei EPC-Werte dürfen deshalb nur verglichen werden, wenn ihre Berechnungsgrundlage identisch ist.
Auch die zugrunde liegenden Einnahmen werden unterschiedlich definiert. Manche Systeme rechnen mit bestätigten Provisionen, andere mit vorläufigen oder noch nicht um Stornos bereinigten Werten.
Was ist EPC?
EPC steht im hier verwendeten Sinn für Earnings per Click, also Einnahmen pro Klick. Die Kennzahl beantwortet die Frage:
Wie viel Provision oder Ertrag entsteht im Durchschnitt aus einem vermittelten Klick?
Im Affiliate-Marketing sendet ein Publisher Besucher über Trackinglinks zu einem Advertiser. Ein Teil der Klicks führt später zu Käufen, Leads oder anderen vergüteten Aktionen. EPC verteilt die daraus entstehenden Einnahmen rechnerisch auf alle Klicks.
Dadurch werden Conversion Rate und durchschnittliche Provision indirekt in einer Kennzahl zusammengeführt.
EPC berechnen
Wenn EPC als Earnings per Click definiert ist, lautet die Formel:
EPC = Einnahmen / Klicks
Erzielt ein Affiliate beispielsweise 450€ bestätigte Provision aus 3.000 Klicks, ergibt sich:
450€ / 3.000 = 0,15€
Der EPC beträgt damit 0,15€ pro Klick.
Wird ein System stattdessen als Earnings per 100 Clicks ausgewiesen, lautet die Darstellung:
EPC je 100 Klicks = Einnahmen / Klicks × 100
Im gleichen Beispiel wären das:
450€ / 3.000 × 100 = 15€
Beide Werte beschreiben dieselbe wirtschaftliche Leistung, verwenden aber eine andere Skalierung.
Was sagt der EPC aus?
Ein höherer EPC bedeutet, dass aus einer gegebenen Anzahl Klicks durchschnittlich mehr Provision entsteht. Das kann auf eine hohe Conversion Rate, hohe Warenkörbe, attraktive Provisionssätze oder besonders qualifizierten Traffic zurückzuführen sein.
Der EPC zeigt jedoch nicht, warum ein Wert hoch oder niedrig ist. Zwei Partnerprogramme können denselben EPC erreichen, obwohl ihre Mechanik völlig unterschiedlich ist.
Beispiel:
| Programm | Conversion Rate | Ø Provision | EPC |
|---|---|---|---|
| A | 5% | 4€ | 0,20€ |
| B | 1% | 20€ | 0,20€ |
Programm A konvertiert deutlich häufiger, zahlt aber weniger pro Conversion. Programm B konvertiert seltener, vergütet die einzelnen Abschlüsse dafür höher. Der EPC ist identisch.
Welche Faktoren beeinflussen den EPC?
Conversion Rate: Je mehr Klicks zu vergüteten Aktionen führen, desto höher ist bei sonst gleichen Bedingungen der EPC.
Provisionshöhe: Eine höhere Vergütung pro Sale oder Lead erhöht den EPC, sofern sich die Conversion Rate nicht entsprechend verschlechtert.
Warenkorb oder Bestellwert: Bei prozentualen Provisionen kann ein höherer durchschnittlicher Bestellwert direkt zu höheren Einnahmen pro Klick führen.
Trafficqualität: Nutzer mit hoher Kaufabsicht erzeugen häufig einen anderen EPC als sehr breiter, informationaler Traffic.
Attribution: Je nachdem, welchem Kontakt eine Conversion zugerechnet wird, können identische Besucherströme in verschiedenen Systemen zu unterschiedlichen EPC-Werten führen.
Stornos und Validierung: Werden Retouren, ungültige Leads oder abgelehnte Transaktionen nachträglich entfernt, sinken die endgültigen Einnahmen und damit der reale EPC.
Klickdefinition: Einige Plattformen verwenden alle Klicks, andere einzigartige Klicks oder filtern bestimmte Wiederholungen und ungültige Zugriffe.
EPC für Affiliates
Für Affiliates ist EPC vor allem eine Erlöskennzahl. Sie hilft zu beurteilen, welcher Traffic, welcher Inhalt oder welches Partnerprogramm pro Klick den höheren Ertrag erzeugt.
Ein Programm mit hoher Provision ist nicht automatisch attraktiver. Wenn die Zielseite schlecht konvertiert, die Marke unbekannt ist oder viele Bestellungen storniert werden, kann der EPC trotz hoher nomineller Provision niedrig bleiben.
Besonders sinnvoll ist der Vergleich innerhalb ähnlicher Trafficquellen. Der EPC eines kaufnahen Produktvergleichs sollte nicht ungeprüft mit dem EPC eines allgemeinen Ratgeberartikels verglichen werden.
EPC für Advertiser
Advertiser können EPC nutzen, um die wirtschaftliche Attraktivität ihres Programms aus Sicht von Publishern zu verstehen. Ein dauerhaft niedriger EPC kann darauf hinweisen, dass Angebot, Conversion Rate, Provision oder Tracking im Vergleich zu Alternativen wenig attraktiv sind.
Ein möglichst hoher EPC ist trotzdem nicht automatisch das einzige Ziel. Sehr hohe Provisionen können Publisher motivieren, aber die Marge des Advertisers belasten. Der Wert muss deshalb gemeinsam mit Deckungsbeitrag, Neukundenanteil, Retouren und Customer Lifetime Value betrachtet werden.
EPC im Verhältnis zu Conversion Rate und Provision
EPC lässt sich bei einer einfachen Pay-per-Sale-Struktur näherungsweise aus Conversion Rate und durchschnittlicher Provision ableiten:
EPC ≈ Conversion Rate × durchschnittliche Provision
Bei einer Conversion Rate von 4% und einer durchschnittlichen Provision von 8€ ergibt sich:
0,04 × 8€ = 0,32€
Diese Vereinfachung funktioniert nur, wenn die verwendeten Conversion- und Provisionsdaten dieselbe Datenbasis besitzen und nachträgliche Korrekturen korrekt berücksichtigt werden.
EPC und CPC
EPC und CPC betrachten denselben Klick aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Perspektiven.
- EPC beschreibt, wie viel mit einem Klick verdient wird.
- CPC beschreibt, wie viel ein Klick kostet.
Wer Traffic einkauft und anschließend monetarisiert, kann beide Werte direkt gegenüberstellen. Ein EPC von 0,40€ bei einem durchschnittlichen CPC von 0,25€ bedeutet jedoch noch nicht automatisch 0,15€ Gewinn pro Klick. Zusätzliche Kosten, Stornos, Steuern und andere Erlösbestandteile müssen berücksichtigt werden.
Grenzen und häufige Fehlinterpretationen
Der größte Fehler ist der Vergleich unterschiedlich definierter EPC-Werte. Vor jeder Bewertung sollte geprüft werden, ob ein Netzwerk pro Klick oder pro 100 Klicks rechnet und ob Brutto-, Netto- oder bestätigte Provisionen verwendet werden.
Ein hoher EPC kann außerdem auf wenigen Klicks beruhen und dadurch stark schwanken. 50€ Provision aus zehn Klicks ergeben kurzfristig einen EPC von 5€, sind aber statistisch deutlich weniger stabil als ein Wert aus zehntausenden Klicks.
Auch aggregierte Programm-EPCs sind nicht automatisch auf jeden Publisher übertragbar. Markenbekanntheit, Content, Zielgruppe, Gerät, Region und Trafficquelle beeinflussen das Ergebnis erheblich.
Häufige Fragen zu Earnings per Click (EPC)
Was bedeutet EPC?
EPC steht häufig für Earnings per Click und bezeichnet den durchschnittlichen Verdienst pro Klick im Affiliate- oder Performance-Marketing.
Wie wird EPC berechnet?
Bei einer Pro-Klick-Definition werden die Einnahmen durch die Anzahl der Klicks geteilt.
Warum zeigen manche Netzwerke EPC pro 100 Klicks?
Die Abkürzung ist historisch nicht vollständig standardisiert. Deshalb verwenden einzelne Netzwerke oder Branchenquellen eine auf 100 Klicks normierte Darstellung.
Ist ein hoher EPC immer besser?
Für den Publisher ist ein höherer EPC grundsätzlich attraktiv. Er muss jedoch mit Datenvolumen, Stornoquote, Trafficqualität und der konkreten Berechnungsmethode eingeordnet werden.
Was ist der Unterschied zwischen EPC und CPC?
EPC misst Einnahmen pro Klick, CPC Kosten pro Klick.