Click-Through-Rate (CTR)

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Die Click-Through-Rate (CTR), auf Deutsch Klickrate, gibt an, wie häufig ein angezeigter Inhalt angeklickt wird. Sie setzt die Anzahl der Klicks ins Verhältnis zu den Impressionen und gehört zu den grundlegenden Kennzahlen im digitalen Marketing.

Die CTR wird unter anderem bei Google Ads, organischen Suchergebnissen, Display-Werbung, E-Mail-Marketing und Social Media verwendet. Sie hilft dabei zu beurteilen, wie gut ein Inhalt innerhalb seines jeweiligen Umfelds einen Klick erzeugt. Ob dieser Klick anschließend auch zu einer Anfrage, Registrierung oder einem Kauf führt, beantwortet die CTR allerdings nicht.

Genau deshalb ist ihre Interpretation wichtiger als die reine Prozentzahl. Eine CTR von 5% kann in einem Kanal überdurchschnittlich und in einem anderen niedrig sein. Branche, Position, Zielgruppe, Suchintention und Anzeigenformat verändern die Ausgangslage erheblich. Im Abschnitt weiter unten werden Branchenspezifische Werte untersucht.

Was ist die Click-Through-Rate?

Die Click-Through-Rate beschreibt den Anteil der Impressionen, aus denen ein Klick entsteht. Wird eine Anzeige 1.000-mal eingeblendet und 50-mal angeklickt, beträgt die CTR 5%.

Google definiert die Klickrate in Google Ads ebenfalls als Verhältnis von Klicks zu Impressionen. Dort dient sie unter anderem zur Beurteilung der Leistung von Anzeigen, Keywords und Produkteinträgen.

Die Begriffe CTR und Klickrate bezeichnen dieselbe Kennzahl. CTR ist lediglich die international gebräuchliche Abkürzung für Click-Through-Rate.

CTR berechnen

Für Anzeigen, Suchergebnisse und andere impressionbasierte Formate lautet die Formel:

\[
\mathrm{CTR} = \frac{\mathrm{Klicks}}{\mathrm{Impressionen}} \times 100
\]

Erhält eine Anzeige beispielsweise 100 Klicks bei 2.500 Impressionen, ergibt sich:

\[
\mathrm{CTR} = \frac{100}{2500} \times 100 = 4\,\%
\]

Eine CTR von 4% bedeutet, dass auf 100 Impressionen durchschnittlich vier Klicks entfallen.

Die relative Kennzahl sollte nicht mit der absoluten Zahl der Klicks verwechselt werden. Eine Kampagne mit 100.000 Impressionen und 3.000 Klicks sowie eine Kampagne mit 1.000 Impressionen und 30 Klicks besitzen beide eine CTR von 3%. Die erste Kampagne erzeugt trotzdem hundertmal so viele Klicks.

Auch die genaue Bezugsgröße muss beachtet werden. Im E-Mail-Marketing verwenden Plattformen häufig die Zahl der erfolgreich zugestellten E-Mails anstelle von Impressionen. Mailchimp berechnet die E-Mail-CTR beispielsweise als Klicks geteilt durch zugestellte E-Mails. Wer CTR-Werte aus unterschiedlichen Systemen vergleicht, sollte deshalb zuerst prüfen, wie der jeweilige Anbieter die Kennzahl definiert.

Was sagt die CTR aus?

Die CTR misst zunächst nur den Übergang von einer Impression zu einem Klick. Eine hohe Klickrate deutet häufig darauf hin, dass Inhalt, Platzierung und Nutzerinteresse gut zusammenpassen. Sie beweist jedoch nicht, dass eine Kampagne erfolgreich oder profitabel ist.

Eine Anzeige kann beispielsweise mit einer neugierig machenden Formulierung viele Klicks erzeugen, obwohl das Angebot auf der Landingpage nicht zur Erwartung der Nutzer passt. Die CTR steigt, während die Conversion Rate sinkt. Umgekehrt kann eine sehr spezifische Anzeige weniger Klicks erhalten, dafür aber Nutzer mit deutlich höherer Kaufabsicht erreichen.

Die CTR eignet sich daher besonders für Vergleiche unter ähnlichen Bedingungen. Zwei Anzeigenvarianten innerhalb derselben Kampagne, zwei Newsletter an vergleichbare Empfängergruppen oder zwei Suchbegriffe mit ähnlicher Intention lassen sich sinnvoll gegenüberstellen. Eine Google-Search-Ad und ein Link in einem Newsletter dagegen kaum.

CTR-Benchmarks: Was ist eine gute CTR?

Eine allgemeingültige gute CTR gibt es nicht. Es existieren jedoch umfangreiche Benchmark-Datensätze, die eine realistische Einordnung ermöglichen. Entscheidend ist, dass die Messmethode und der Nutzungskontext zum eigenen Wert passen.

Ein Search-Ads-Benchmark darf nicht auf organische Rankings übertragen werden. Ebenso ist die CTR einer gesamten Website nicht mit der CTR eines einzelnen Keywords auf Position 1 vergleichbar. Benchmarks sind deshalb Richtwerte und keine Zielvorgaben.

CTR-Benchmarks für Google Search Ads

Die Google-Ads-Benchmarks von WordStream basieren auf 13.474 US-amerikanischen Suchanzeigenkampagnen aus 23 Branchen, die zwischen April 2025 und März 2026 liefen. Die dort als Durchschnittswerte bezeichneten Angaben sind technisch Medianwerte, damit einzelne Ausreißer die Ergebnisse weniger stark verzerren.

Über alle untersuchten Branchen hinweg lag die CTR bei 6,64%. Zwischen den Branchen bestehen allerdings erhebliche Unterschiede:

Branche CTR
Arts & Entertainment 12,75%
Finance & Insurance 9,83%
Travel 9,32%
Real Estate 7,61%
Education & Instruction 7,56%
Business Services 6,10%
Health & Fitness 5,81%
Automotive – Repair, Service & Parts 5,56%

Die Tabelle zeigt, warum Aussagen wie „Eine CTR über 5% ist gut“ zu pauschal sind. Eine CTR von 6% liegt bei Business Services ungefähr im Bereich des Branchenbenchmarks, bei Arts & Entertainment dagegen deutlich darunter. Zudem stammen die Daten aus dem US-Markt und sollten für Kampagnen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz als Orientierung und nicht als exakter Sollwert verstanden werden.

Organische CTR-Benchmarks aus Google-Search-Console-Daten

Für SEO liefert eine Auswertung von Ahrefs auf Basis anonymisierter Google-Search-Console-Daten eine andere Perspektive. Der Datensatz umfasst 422.421 reale Websites und wird mit aktuellen Search-Console-Daten fortlaufend aktualisiert.

Ahrefs misst dabei die CTR der gesamten Website. Sämtliche organischen Klicks eines Monats werden durch sämtliche organischen Impressionen derselben Website geteilt:

\[
\mathrm{Whole\ Site\ CTR} =
\frac{\mathrm{organischen\ Klicks}}
{\mathrm{organischen\ Impressionen}}
\times 100
\]

Für typische Content- und kommerzielle Websites liegt die mediane organische Whole-Site-CTR häufig zwischen etwa 1 und 2%. Für Juni 2026 weist Ahrefs unter anderem folgende Branchenwerte aus:

Branche Mediane organische CTR
Arts & Entertainment 2,19%
Internet & Telecom 1,94%
Finance 1,51%
Real Estate 1,40%
Travel & Transportation 1,35%
Shopping 1,33%
Health 1,15%
Business & Industrial 0,86%

Diese Werte sind deutlich niedriger als bekannte CTR-Werte für einzelne Top-Rankings. Das ist kein Widerspruch. Eine Website erzeugt Impressionen über viele Keywords und Rankingpositionen hinweg. Die Whole-Site-CTR beantwortet daher die Frage, welcher Anteil aller organischen Impressionen einer Website insgesamt zu Klicks führt.

Für ein einzelnes Ergebnis auf Position 1 gelten andere Größenordnungen. Besonders interessant für den deutschsprachigen Markt ist eine SISTRIX-Analyse von mehr als 100 Millionen Keywords in Deutschland. Bei Suchergebnissen ohne AI Overview entfielen im untersuchten Datensatz durchschnittlich rund 27% der Klicks auf Position 1. Wurde ein AI Overview angezeigt, sank die CTR auf rund 11%.

Damit wird zugleich deutlich, warum die Rankingposition allein heute nicht mehr genügt, um eine organische CTR zu bewerten. Der Aufbau der Suchergebnisseite beeinflusst die Klickwahrscheinlichkeit erheblich.

CTR-Benchmarks im E-Mail-Marketing

Auch im E-Mail-Marketing existieren Branchenbenchmarks. Die E-Mail-Marketing-Benchmarks von Mailchimp weisen für alle Nutzer eine durchschnittliche Klickrate von 2,62% aus. Zwischen einzelnen Branchen gibt es auch hier sichtbare Unterschiede:

Branche Durchschnittliche Klickrate
Gemeinnützige Organisationen 3,27%
Aus- und Weiterbildung 3,02%
Wirtschaft & Finanzen 2,78%
Alle Nutzer 2,62%
E-Commerce 1,74%

Mailchimp nennt über seine Branchendaten hinweg eine Größenordnung von ungefähr 1 bis 5%. Diese Werte dürfen wiederum nicht mit Google-Ads- oder SEO-Klickraten verglichen werden, da Nutzungssituation und Messgrundlage andere sind.

Für die laufende Optimierung sind die eigenen historischen Daten meist wertvoller als ein allgemeiner Benchmark. Ein Newsletter sollte vor allem mit früheren Newslettern an vergleichbare Empfängergruppen verglichen werden, eine Search-Kampagne mit Kampagnen ähnlicher Ausrichtung und ein organisches Ranking mit Suchanfragen ähnlicher Position und Intention.

Search Intent und CTR

Bei Suchanzeigen und organischen Suchergebnissen gehört die Suchintention beziehungsweise der Search Intent zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die CTR. Ein Nutzer, der nach „was ist eine Wärmepumpe“ sucht, verfolgt ein anderes Ziel als jemand mit der Suchanfrage „Wärmepumpe Installateur Wien“ oder „Wärmepumpe Angebot“.

Bei einer informationalen Suchintention möchte der Nutzer eine Frage beantworten oder ein Thema verstehen. Bei einer kommerziellen Suchintention werden Produkte, Lösungen oder Anbieter recherchiert und verglichen. Eine transaktionale Suchintention ist stärker auf eine konkrete Handlung wie Kauf, Buchung oder Anfrage ausgerichtet. Bei einer navigationalen Suchintention sucht der Nutzer gezielt nach einer bestimmten Website, Marke oder Plattform.

Diese Unterschiede wirken sich unmittelbar auf die Klickwahrscheinlichkeit aus. Bei informationalen Suchen können direkte Antworten, Featured Snippets oder AI Overviews bereits einen Teil des Informationsbedarfs auf der Suchergebnisseite erfüllen. Bei kommerziellen und transaktionalen Suchanfragen spielen dagegen Angebot, Preis, Marke, Leistungsversprechen und der nächste Handlungsschritt eine stärkere Rolle.

Google berücksichtigt diesen Zusammenhang auch bei Suchanzeigen. Beim Qualitätsfaktor für Suchkampagnen wird neben der voraussichtlichen CTR und der Nutzererfahrung mit der Landingpage auch die Anzeigenrelevanz bewertet. Google beschreibt diese ausdrücklich als die Übereinstimmung der Anzeige mit der Absicht hinter der Suchanfrage.

Eine CTR sollte bei Search-Kampagnen daher nicht nur nach Keyword und Prozentwert bewertet werden. Die tatsächlichen Suchbegriffe und ihre Intention gehören immer in die Analyse. Wie Suchbegriffe anhand ihrer gemeinsamen Suchintention strukturiert werden können, behandelt Nioveo ausführlicher im Artikel zum Keyword-Clustering.

CTR in verschiedenen Marketingkanälen

Suchmaschinenwerbung: Bei Search Ads entsteht der Klick in einer Situation, in der der Nutzer bereits aktiv nach einem Thema, Produkt oder einer Dienstleistung sucht. Die CTR hängt deshalb stark von Suchbegriff, Search Intent, Anzeigentext, Angebot, Anzeigenposition und Wettbewerb ab. Besonders wichtig ist die Übereinstimmung zwischen Suchanfrage, Anzeige und Landingpage.

Organische Suche: In der Google Search Console wird die CTR aus Klicks und Impressionen organischer Suchergebnisse berechnet. Position, Suchintention, Marke, Seitentitel und der Aufbau der SERP beeinflussen den Wert. Eine niedrige CTR bei vielen Impressionen kann ein Anlass sein, Suchanfragen, Titel und SERP-Darstellung genauer zu prüfen. Sie ist aber nicht automatisch ein Zeichen für ein schlechtes Snippet.

Display-Werbung: Bei Banner- und Display-Anzeigen hängt die Klickrate besonders stark von Platzierung, Format, Sichtbarkeit, Creative, Zielgruppe und Werbeumfeld ab. Der Nutzer hat im Gegensatz zur Suche häufig keine unmittelbar geäußerte Absicht, das beworbene Angebot zu finden. Display-CTRs liegen deshalb unter anderen Voraussetzungen als Search-CTRs.

E-Mail-Marketing: Hier zeigt die CTR, wie viele Empfänger nach Erhalt einer E-Mail auf einen enthaltenen Link oder Call-to-Action klicken. Inhalt, Zielgruppensegmentierung, Angebot, Textumfang, Gestaltung und Linkplatzierung beeinflussen das Ergebnis. Eine wissenschaftliche Untersuchung zur E-Mail-CTR analysierte 1.679 Marketingkampagnen aus dem Tourismus- und Gastgewerbe in 50 Ländern und zeigt unter anderem, dass auch formale und kulturelle Faktoren die Klickeffektivität beeinflussen.

Social Media: Bei Social Ads hängt die CTR unter anderem von Plattform, Anzeigenformat, Creative, Zielgruppe, Platzierung und Kampagnenziel ab. Ein Nutzer im Social Feed befindet sich in einer anderen Nutzungssituation als jemand, der bei Google aktiv nach einer Lösung sucht. Entsprechend sollten Plattformwerte nur innerhalb vergleichbarer Kampagnen interpretiert werden. Einen Überblick über unterschiedliche Werbeformate bietet Nioveo im Beitrag zu Google- und Social-Media-Anzeigenformaten.

Welche Faktoren beeinflussen die CTR?

Relevanz: Nutzer klicken eher, wenn sie unmittelbar erkennen, dass ein Ergebnis zu ihrem Anliegen passt. Bei Suchanzeigen entsteht diese Relevanz aus dem Zusammenspiel von Suchanfrage, Keyword, Anzeigentext und Landingpage. Bei organischen Suchergebnissen müssen Titel und Seiteninhalt dieselbe Erwartung erfüllen.

Position und Sichtbarkeit: Ein Element kann nur angeklickt werden, wenn es wahrgenommen wird. Die Position eines Suchergebnisses, die Platzierung einer Anzeige und der sichtbare Bereich einer Website verändern deshalb die Ausgangslage. Bei SEO kommen SERP-Features wie AI Overviews, Local Packs, Videos oder Shopping-Ergebnisse hinzu.

Überschrift und Text: Titel und Anzeigentexte vermitteln, was Nutzer nach dem Klick erwartet. Eine konkrete Aussage reduziert Unsicherheit und erleichtert die Entscheidung. „Buchhaltungssoftware für kleine Unternehmen“ vermittelt beispielsweise mehr Kontext als „Die digitale Lösung für Ihr Unternehmen“.

Call-to-Action: Der CTA muss zum tatsächlichen nächsten Schritt passen. „Mehr erfahren“, „Angebot ansehen“, „Demo anfragen“, „Kostenlos testen“ und „Termin vereinbaren“ erzeugen unterschiedliche Erwartungen. Ein CTA funktioniert nicht deshalb gut, weil er möglichst auffällig formuliert ist, sondern weil er zur Situation des Nutzers und zur Zielseite passt.

Zielgruppe: Dasselbe Werbemittel erzielt bei verschiedenen Zielgruppen unterschiedliche Ergebnisse. Eine breite Kampagne erreicht mehr Menschen, aber nicht automatisch mehr relevante Nutzer. Eine engere Zielgruppe kann eine geringere Reichweite erzeugen und trotzdem wirtschaftlich erfolgreicher sein.

Markenbekanntheit: Nutzer klicken häufiger auf Ergebnisse und Anzeigen von Marken, die sie bereits kennen und denen sie vertrauen. Besonders bei navigationalen und markenbezogenen Suchanfragen entstehen deshalb andere CTRs als bei generischen Keywords.

Gerät und Nutzungssituation: Mobile und Desktop-Nutzer unterscheiden sich nicht nur in der Bildschirmgröße. Auch Kontext, verfügbare Zeit und Art der Interaktion verändern sich. Ein Werbemittel, das auf dem Desktop funktioniert, muss deshalb nicht automatisch auf dem Smartphone dieselbe CTR erreichen.

Wie lässt sich die CTR verbessern?

Eine CTR-Optimierung sollte nicht auf möglichst viele Klicks zielen, sondern auf mehr relevante Klicks. Die beste Anzeigenvariante ist nicht zwingend jene mit der höchsten CTR, sondern jene, die den richtigen Nutzer zum passenden nächsten Schritt führt.

Bei Suchkampagnen beginnt die Analyse mit den tatsächlichen Suchbegriffen. Passen sie zur gewünschten Zielgruppe und zum Angebot? Welche Suchintention steht dahinter? Werden informationale und transaktionale Suchanfragen innerhalb derselben Anzeigengruppe vermischt, obwohl sie unterschiedliche Botschaften benötigen?

Anschließend wird geprüft, ob die Aussage konkret genug ist. Ein guter Anzeigentext oder Seitentitel macht verständlich, für wen das Angebot gedacht ist, welches Problem gelöst wird, welchen Nutzen der Nutzer erhält und was ihn nach dem Klick erwartet. Allgemeine Werbeaussagen erschweren diese Einordnung.

Google empfiehlt bei der Optimierung von Suchanzeigen ebenfalls, den Anzeigentext stärker auf die Suchbegriffe und die Absicht der Keywords abzustimmen, Vorteile konkret zu benennen und Calls-to-Action direkt mit der Landingpage zu verbinden. Gleichzeitig weist Google darauf hin, dass spezifischere Anzeigen durchaus eine niedrigere CTR und trotzdem eine höhere Conversion Rate erreichen können. Die CTR ist also auch aus Sicht der Plattform kein Selbstzweck. Weitere Hinweise dazu enthält die Google-Ads-Dokumentation zur Anzeigenqualität.

A/B-Tests eignen sich, um Headlines, Bilder, Nutzenargumente, CTAs oder Angebote kontrolliert miteinander zu vergleichen. Dabei sollte nicht nur die CTR ausgewertet werden. Eine Variante mit 8% CTR und schwacher Conversion Rate ist unter Umständen weniger wertvoll als eine Variante mit 6% CTR, deren Besucher deutlich häufiger konvertieren.

Für organische Suchergebnisse lohnt sich bei auffällig niedriger CTR ein Blick auf Suchanfragen, durchschnittliche Position und die tatsächliche SERP. Der Titel sollte den Inhalt der Seite klar beschreiben und zur Suchintention passen. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob AI Overviews oder andere Suchergebnisfunktionen Klicks abfangen. Eine Veränderung des Titels löst kein Problem, das eigentlich durch die Struktur der SERP entsteht.

CTR im Verhältnis zu Conversion Rate, CPC und ROI

Die CTR beantwortet nur eine Frage: Wie häufig führt eine Impression zu einem Klick? Für die Bewertung einer Marketingmaßnahme reicht das nicht aus.

Kennzahl Was wird gemessen?
Impressionen Wie häufig wurde ein Inhalt angezeigt?
CTR Wie häufig führte eine Impression zu einem Klick?
CPC Wie viel kostet ein Klick?
Conversion Rate Wie häufig führt ein Besuch zur gewünschten Handlung?
ROI Wie steht der wirtschaftliche Ertrag im Verhältnis zum eingesetzten Kapital?

Eine hohe CTR bei niedriger Conversion Rate bedeutet, dass viele Nutzer klicken, aber vergleichsweise wenige die gewünschte Handlung ausführen. Ursache kann beispielsweise eine Diskrepanz zwischen Anzeigentext und Landingpage sein.

Bei bezahlten Kampagnen ergänzt der Cost-per-Click die Betrachtung. Viele Klicks sind wirtschaftlich wenig wert, wenn sie teuer eingekauft werden und kaum Umsatz oder Leads erzeugen. Für die Gesamtbewertung betrachtet der Return on Investment (ROI) das Verhältnis zwischen eingesetztem Kapital und wirtschaftlichem Ergebnis. Für schnelle Berechnungen steht außerdem der eigene Nioveo ROI-Rechner bereit.

Eine Kampagne mit geringerer CTR kann deshalb erfolgreicher sein als eine Kampagne mit höherer CTR. Wenn die erreichten Nutzer eine stärkere Kaufabsicht besitzen und häufiger konvertieren, ist die Qualität der Klicks höher.

Grenzen und häufige Fehlinterpretationen

Eine hohe CTR ist nicht automatisch gut. Sie zeigt zunächst nur, dass ein relativ großer Anteil der Impressionen zu Klicks führt. Über Umsatz, Leadqualität oder Profitabilität sagt sie allein nichts aus.

Eine niedrige CTR ist nicht automatisch schlecht. Besonders spezifische B2B-Angebote, kleine Zielgruppen oder erklärungsbedürftige Produkte können weniger Klicks erzeugen und trotzdem sehr wertvolle Besucher erreichen.

CTR-Werte verschiedener Kanäle dürfen nicht direkt verglichen werden. Eine Suchanzeige, ein organisches Ergebnis, ein Newsletter-Link und eine Social-Media-Anzeige entstehen in unterschiedlichen Nutzungssituationen und werden teilweise unterschiedlich gemessen.

Auch gleiche Rankingpositionen besitzen nicht immer dieselbe Ausgangslage. Die SISTRIX-Daten für Deutschland zeigen, dass ein AI Overview die Klickrate auf Position 1 erheblich verändern kann. SERP-Aufbau, Search Intent und Marke gehören deshalb ebenso zur Interpretation wie die reine Position.

Eine steigende CTR beweist keine bessere Traffic-Qualität. Werden Überschriften oder Anzeigen stärker auf Neugier als auf Relevanz optimiert, kann die Klickrate steigen, während die Conversion Rate fällt. Die Verbesserung der Kennzahl wäre dann keine Verbesserung der Marketingmaßnahme.

Häufige Fragen zur CTR

Was bedeutet CTR?
CTR steht für Click-Through-Rate und wird auf Deutsch als Klickrate bezeichnet. Sie beschreibt, wie häufig ein angezeigter Inhalt angeklickt wird.

Wie berechnet man die CTR?
Bei impressionbasierten Formaten wird die Zahl der Klicks durch die Zahl der Impressionen geteilt und mit 100 multipliziert. 50 Klicks bei 1.000 Impressionen entsprechen einer CTR von 5%.

Was ist eine gute CTR?
Das hängt vom Kanal, der Branche, dem Anzeigenformat, der Zielgruppe und der Suchintention ab. Für Google Search Ads weist WordStream 2026 über alle untersuchten Branchen einen Median von 6,64% aus. Dieser Wert ist ein Richtwert und kein universelles Kampagnenziel.

Was ist eine gute organische CTR?
Auch hier hängt die Antwort von der Messmethode ab. Die Ahrefs-Daten auf Basis von Google Search Console zeigen für die gesamte Website in vielen Branchen Medianwerte zwischen ungefähr 1 und 2%. Ein einzelnes Ergebnis auf Position 1 kann dagegen eine wesentlich höhere CTR erreichen.

Beeinflusst der Search Intent die CTR?
Ja. Informationale, kommerzielle, transaktionale und navigationale Suchanfragen besitzen unterschiedliche Ausgangslagen. Eine CTR sollte bei Suchkampagnen und SEO deshalb immer gemeinsam mit der zugrunde liegenden Suchintention ausgewertet werden.

Ist eine hohe CTR ein Google-Rankingfaktor?
Die in der Google Search Console sichtbare CTR sollte nicht mit einem direkten organischen Rankingfaktor gleichgesetzt werden. Sie ist dennoch eine wertvolle Analysekennzahl, weil sie zeigt, wie häufig sichtbare Suchergebnisse tatsächlich zu einem Besuch führen.

Was ist der Unterschied zwischen CTR und Conversion Rate?
Die CTR misst den Übergang von der Impression zum Klick. Die Conversion Rate betrachtet, wie häufig Besucher anschließend eine definierte Handlung ausführen, beispielsweise einen Kauf, eine Anfrage oder eine Registrierung.

Ist CTR dasselbe wie Klickrate?
Ja. Click-Through-Rate ist die englische Bezeichnung, Klickrate die deutsche Bezeichnung derselben Kennzahl.