Die Boolesche Suche (englisch Boolean Search) ist eine Suchmethode, bei der Suchbegriffe mit logischen Operatoren wie AND, OR und NOT zu einer strukturierten Abfrage verbunden werden. AND verlangt, dass mehrere Bedingungen gemeinsam erfüllt sind, OR lässt alternative Begriffe zu und NOT schließt definierte Begriffe aus. Dadurch lassen sich Ergebnismengen gezielt eingrenzen, erweitern oder voneinander abgrenzen.
Die Methode beruht auf der Booleschen Logik. Der Name geht auf den Mathematiker George Boole zurück, der Logik im 19. Jahrhundert mit algebraischen Methoden formalisierte. Die Stanford Encyclopedia of Philosophy zu George Boole nennt insbesondere seine Werke The Mathematical Analysis of Logic von 1847 und The Laws of Thought von 1854 als Grundlagen dieser algebraischen Tradition.
In Suchsystemen wird der Begriff häufig weiter gefasst als in der formalen Logik. Neben AND, OR und NOT kommen beispielsweise Anführungszeichen für exakte Phrasen, Klammern zur Gruppierung, Feldoperatoren oder Platzhalter zum Einsatz. Solche Zeichen sind keine Booleschen Operatoren im mathematischen Sinn, gehören in der Praxis aber oft zum Aufbau eines sogenannten Booleschen Suchstrings.
Wie funktioniert die Boolesche Suche?
Eine Boolesche Suchanfrage beschreibt Bedingungen, die ein Dokument, Profil, Datensatz oder anderer Treffer erfüllen muss. Im klassischen Booleschen Retrieval wird jeder Suchbegriff als Menge der Dokumente betrachtet, in denen er vorkommt. AND bildet die Schnittmenge, OR die Vereinigungsmenge und NOT schließt eine Teilmenge aus.
Das Lehrbuch Introduction to Information Retrieval der Stanford University beschreibt das Boolesche Retrieval-Modell als Suche mit Ausdrücken aus Begriffen und den Operatoren AND, OR und NOT. Im reinen Modell ist ein Dokument entweder Treffer oder kein Treffer; eine Rangfolge nach Relevanz ist nicht Bestandteil der Booleschen Entscheidung. Moderne Suchsysteme kombinieren solche Bedingungen jedoch häufig mit Relevanzbewertung. Die Bool-Query-Dokumentation von Elasticsearch unterscheidet beispielsweise zwischen zwingenden Bedingungen, optionalen Bedingungen, Filtern und Ausschlüssen und kann zugleich Relevanzscores berücksichtigen.
AND: Bedingungen gemeinsam verlangen
AND verknüpft zwei oder mehr Bedingungen so, dass alle erfüllt sein müssen.
Marketing AND Analytics
Die Abfrage zielt auf Treffer, die sowohl „Marketing“ als auch „Analytics“ enthalten. Zusätzliche AND-Bedingungen verkleinern die Ergebnismenge typischerweise.
Mengenlogisch entspricht AND der Schnittmenge:
A AND B = Treffer, die zu A und B gehören
AND eignet sich vor allem für Merkmale, die gemeinsam vorhanden sein müssen, etwa Rolle und Fachgebiet oder Produktkategorie und Technologie.
OR: Alternativen und Synonyme einbeziehen
OR verlangt, dass mindestens eine der verbundenen Bedingungen erfüllt ist.
"Content Manager" OR "Content Strategist"
Die Abfrage kann Treffer zu beiden Berufsbezeichnungen erfassen. OR erweitert die Ergebnismenge typischerweise und ist besonders nützlich für Synonyme, Übersetzungen, Schreibvarianten, Abkürzungen und alternative Jobtitel.
Mengenlogisch entspricht OR der Vereinigung:
A OR B = Treffer, die zu A, zu B oder zu beiden gehören
Eine breite OR-Gruppe kann die Abdeckung erhöhen, zugleich aber mehr unpassende Treffer erzeugen, wenn die Alternativen zu unspezifisch gewählt sind.
NOT: Begriffe ausschließen
NOT entfernt Treffer, die eine definierte Bedingung erfüllen.
Developer NOT "Front End"
Die Abfrage soll Developer-Treffer ausschließen, in denen die Phrase „Front End“ vorkommt.
Mengenlogisch entspricht NOT einer Differenz beziehungsweise einem Ausschluss:
A NOT B = Treffer aus A ohne Treffer aus B
NOT ist mit Vorsicht zu verwenden. Ein auszuschließender Begriff kann in einem ansonsten passenden Dokument nur beiläufig vorkommen. Ein Profil mit dem Satz „früher Front End, heute Backend“ könnte dadurch beispielsweise verloren gehen.
Klammern: Logische Gruppen festlegen
Klammern gruppieren Teilabfragen und machen deutlich, welche Bedingungen zusammengehören.
("Account Executive" OR "Sales Manager") AND (SaaS OR Software)
Die erste Gruppe beschreibt alternative Rollen, die zweite alternative Fachbegriffe. AND verlangt anschließend eine Kombination aus mindestens einer Rolle und mindestens einem Fachbegriff.
Klammern sind vor allem dann wichtig, wenn AND, OR und NOT in einer Abfrage gemischt werden. Ohne explizite Gruppierung kann eine Suchplattform Operatoren in einer anderen Reihenfolge auswerten als beabsichtigt.
Anführungszeichen: Exakte Phrasen suchen
Anführungszeichen behandeln mehrere Wörter in vielen Suchsystemen als zusammengehörige Phrase.
"Product Marketing Manager"
Damit richtet sich die Suche auf die Phrase in der vorgegebenen Form beziehungsweise Reihenfolge, soweit die jeweilige Plattform dies unterstützt.
Anführungszeichen sind ein Suchmodifikator, kein Boolescher Operator. Sie werden dennoch häufig mit Booleschen Ausdrücken kombiniert.
Boolesche Operatoren und Suchmodifikatoren im Überblick
| Element | Funktion | Typischer Effekt | Beispiel |
|---|---|---|---|
AND |
Verlangt alle verbundenen Bedingungen | Ergebnismenge wird meist kleiner | SEO AND Analytics |
OR |
Lässt mindestens eine Alternative zu | Ergebnismenge wird meist größer | SEO OR "Search Engine Optimization" |
NOT |
Schließt eine Bedingung aus | Ergebnismenge wird meist kleiner | SEO NOT Jobs |
( ) |
Gruppiert Teilabfragen | Verhindert mehrdeutige Logik | (SEO OR SEA) AND Analytics |
" " |
Sucht eine Phrase beziehungsweise exakte Wortfolge | Erhöht meist die Spezifität | "Content Marketing" |
* |
Platzhalter oder Trunkierung, sofern unterstützt | Erfasst Wortvarianten | market* |
Die konkrete Bedeutung der letzten drei Elemente ist plattformabhängig. Besonders Wildcards wie * werden nicht überall unterstützt.
Einen Booleschen Suchstring systematisch aufbauen
Ein guter Suchstring bildet ein Informationsbedürfnis in mehreren Begriffsklassen ab. Statt sofort eine lange Zeichenfolge zu schreiben, ist es zweckmäßig, die Suchlogik in Bausteine zu zerlegen.
1. Suchkonzepte definieren
Zuerst werden die Merkmale bestimmt, die für einen Treffer relevant sind. Bei einer Kandidatensuche können das beispielsweise Rolle, Fachgebiet, Technologie und Branche sein.
Beispiel:
Rolle: Data Analyst
Technologie: SQL
Visualisierung: Power BI
Nicht jedes Kriterium muss zwingend in der Freitextsuche stehen. Strukturierte Plattformfilter für Standort, Branche, Berufserfahrung oder Unternehmen sind häufig präziser als dieselben Merkmale als Keywords.
2. Synonyme und Varianten mit OR bündeln
Für jedes Konzept werden realistische Alternativen gesammelt.
("Data Analyst" OR "BI Analyst" OR "Business Intelligence Analyst")
Eine OR-Gruppe sollte nur Begriffe enthalten, die im jeweiligen Kontext tatsächlich austauschbare oder sinnvolle Alternativen darstellen. Zu breite Varianten erhöhen zwar die Trefferzahl, können aber die Relevanz stark senken.
3. Pflichtkonzepte mit AND verbinden
Mehrere Konzeptgruppen werden anschließend verknüpft.
("Data Analyst" OR "BI Analyst")
AND
(SQL OR "Structured Query Language")
Der Suchstring verlangt nun mindestens eine passende Rollenbezeichnung und mindestens eine passende SQL-Bezeichnung.
4. Ausschlüsse sparsam ergänzen
Erst nach Prüfung der ersten Ergebnisse werden klar störende Begriffe ausgeschlossen.
("Data Analyst" OR "BI Analyst")
AND
(SQL OR "Structured Query Language")
NOT
(Praktikum OR Werkstudent)
Ausschlüsse eignen sich besser für eindeutig irrelevante Trefferklassen als für Merkmale, die auch in passenden Profilen vorkommen können.
5. Suchstring iterativ testen
Boolesche Suche ist kein einmaliger Formulierungsschritt. Die Ergebnismenge zeigt, ob Begriffe fehlen, zu breit sind oder unerwünschte Treffer erzeugen.
Ein sinnvoller Testablauf besteht aus:
- Einer Konzeptgruppe starten
- Synonyme ergänzen
- Weitere Pflichtgruppen hinzufügen
- Treffer auf fehlende Schreibweisen und neue Synonyme prüfen
- Erst danach gezielte Ausschlüsse ergänzen
- Die endgültige Syntax an die Plattform anpassen.
Boolesche Suche im Recruiting und Active Sourcing
Im Recruiting wird Boolean Search vor allem verwendet, um Kandidatenprofile nach Jobtiteln, Kompetenzen, Technologien, Branchenbegriffen oder anderen textlich hinterlegten Merkmalen zu durchsuchen. OR bündelt alternative Berufsbezeichnungen, AND verbindet Muss-Kriterien und NOT kann klar unpassende Profile ausschließen.
Ein Beispiel für eine technische Kandidatensuche lautet:
("Backend Developer" OR "Backend Engineer" OR "Software Engineer")
AND
(Java OR Kotlin)
AND
("Spring Boot" OR Spring)
NOT
(Intern OR Praktikum)
Der String ist fachlich nur dann sinnvoll, wenn die Begriffe zur Zielrolle passen. Eine lange Abfrage ist nicht automatisch besser. Zu viele Pflichtbedingungen können relevante Profile ausschließen, weil Nutzer ihre Kenntnisse unterschiedlich formulieren oder bestimmte Begriffe im Profil nicht nennen.
Boolean Search auf LinkedIn
LinkedIn unterstützt eine explizite Boolesche Suche. Laut der aktuellen LinkedIn-Hilfe zur Booleschen Suche können Suchbegriffe mit AND, OR und NOT, Anführungszeichen sowie runden Klammern kombiniert werden. Die Operatoren müssen dort in Großbuchstaben eingegeben werden.
LinkedIn nennt für die Auswertung folgende Reihenfolge:
- Anführungszeichen
- Klammern
- NOT
- AND
- OR.
Die Plattform unterstützt laut derselben Dokumentation keine Wildcard-Suche mit *; auch + und - sind nicht offiziell als Ersatz für AND und NOT unterstützt.
Für einzelne LinkedIn-Produkte gelten zusätzliche Grenzen. Die LinkedIn-Dokumentation zu Boolean Query Limitations nennt für die allgemeine LinkedIn-Suche eine Begrenzung der Zahl Boolescher Operatoren und für Sales Navigator maximal 15 Boolesche Operatoren pro Suchanfrage. Solche Produktgrenzen können sich ändern und sollten bei wiederverwendeten Suchstrings erneut geprüft werden.
LinkedIn bietet inzwischen zusätzlich eine natürlichsprachliche Personensuche an. Die LinkedIn-Hilfe zur Personensuche unterscheidet zwischen natürlichsprachlichen Anfragen und Boolean Search für exakteres Keyword-Matching. Boolesche Suchstrings und semantisch beziehungsweise KI-gestützte Suchfunktionen sind deshalb keine identischen Verfahren.
Boolean Search auf XING
XING dokumentiert für seine Talent-Suche ebenfalls Boolesche Operatoren. Die XING-Hilfe zur Suche mit Booleschen Suchoperatoren beschreibt AND, OR und NOT, Klammern, Anführungszeichen, ein Minuszeichen für Ausschlüsse sowie den Asterisk * als Platzhalter. XING empfiehlt dort Suchketten mit höchstens 15 Suchwörtern und weist darauf hin, die englischen Operatoren zu verwenden.
Ein LinkedIn-Suchstring sollte daher nicht unverändert auf XING übertragen werden. Schon beim Platzhalter * unterscheiden sich die dokumentierten Möglichkeiten.
Boolean Search Generatoren und KI
Ein Boolean Search Generator erzeugt aus Rollen, Fähigkeiten oder anderen Kriterien automatisch einen Suchstring. Solche Werkzeuge können vor allem beim Sammeln von Synonymen, Jobtitelvarianten und OR-Gruppen Zeit sparen. Der erzeugte String muss dennoch gegen die Syntax und die tatsächlichen Suchfelder der Zielplattform geprüft werden.
Ein Generator kann beispielsweise eine fachlich plausible Bedingung formulieren, die technisch gar nicht unterstützt wird. Eine Freitextbedingung wie Berufserfahrung >= 3 funktioniert nur, wenn das jeweilige Suchsystem solche Vergleichsoperatoren und ein passendes Feld verarbeitet. Andernfalls gehört Berufserfahrung in einen strukturierten Filter oder muss über geeignete, tatsächlich indexierte Begriffe angenähert werden.
Auch Suchplattformen integrieren inzwischen KI in diesen Workflow. Die LinkedIn-Recruiter-Hilfe zur KI-gestützten Suche beschreibt neben natürlichsprachlichen Anfragen weiterhin Boolesche Suchen und Keywordsuchen sowie KI-Vorschläge zum Generieren oder Verfeinern Boolescher Operatoren.
Für automatisch erzeugte Suchstrings gelten dieselben Qualitätsprüfungen wie für manuell geschriebene Abfragen: Synonyme müssen fachlich passen, Ausschlüsse dürfen relevante Treffer nicht unbeabsichtigt entfernen und plattformspezifische Operatoren müssen unterstützt sein.
Boolesche Suche in wissenschaftlichen Datenbanken
Boolesche Suchlogik ist auch in Literaturdatenbanken verbreitet. Dort wird sie häufig mit kontrollierten Schlagwörtern, Feldtags, Phrasensuche, Trunkierung oder Proximity-Suche kombiniert.
Die offizielle PubMed-Hilfe dokumentiert AND, OR und NOT in Großbuchstaben. PubMed setzt zwischen Konzepten standardmäßig AND, verarbeitet Boolesche Operatoren grundsätzlich von links nach rechts und erlaubt Klammern, um Gruppen zuerst auszuwerten. Zusätzlich können unter anderem Feldtags und Wildcards verwendet werden.
Ein vereinfachter Suchaufbau für eine Literaturrecherche kann so aussehen:
("social media" OR "social networking")
AND
(marketing OR advertising)
AND
(measurement OR analytics)
Bei systematischen Recherchen genügt die reine Boolesche Logik meist nicht. Datenbankspezifische Schlagwortsysteme, Feldsuchen, Trunkierungsregeln und Suchhistorien beeinflussen die Vollständigkeit der Recherche erheblich.
Boolesche Suche bei Google
Google Search bietet verschiedene Suchoperatoren, verhält sich aber nicht wie eine klassische Fachdatenbank oder die LinkedIn-Boolean-Suche. Die Google-Hilfe zum Verfeinern von Suchanfragen dokumentiert unter anderem Anführungszeichen für exakte Treffer, das Minuszeichen zum Ausschließen eines Begriffs sowie site:, before: und after:. Google Search Central dokumentiert zusätzlich beispielsweise den Suchoperator filetype: und weitere Operatoren.
Eine Recherche nach PDF-Dokumenten auf einer bestimmten Domain kann beispielsweise so aussehen:
site:example.org "conversion rate" filetype:pdf -jobs
Diese Suchsyntax ist Boolescher Logik verwandt, sollte aber nicht mit einer universellen Boolean-Search-Sprache gleichgesetzt werden. Plattformen bestimmen selbst, welche Operatoren sie unterstützen und wie sie Suchbegriffe interpretieren.
Für SEO-Recherchen kann eine solche Abfrage dabei helfen, bestimmte Dokumenttypen oder Inhalte auf einer Domain zu finden. Bei größeren Keyword-Sets ist anschließend eine strukturierte Gruppierung sinnvoll; das Nioveo-Wiki beschreibt dafür unter anderem das Keyword-Clustering.
Boolesche Suche, Präzision und Vollständigkeit
Bei der Bewertung eines Suchstrings sind zwei Ziele zu unterscheiden:
- Präzision: Welcher Anteil der gefundenen Treffer ist tatsächlich relevant?
- Vollständigkeit beziehungsweise Recall: Welcher Anteil aller relevanten Treffer wurde gefunden?
AND und enge Phrasensuchen erhöhen häufig die Präzision, können aber relevante Treffer verlieren. OR erhöht häufig den Recall, weil zusätzliche Schreibweisen und Synonyme berücksichtigt werden, kann jedoch mehr irrelevante Treffer erzeugen. NOT kann Störtreffer reduzieren, senkt aber den Recall, wenn der ausgeschlossene Begriff auch in relevanten Treffern vorkommt.
Eine gute Boolesche Abfrage maximiert daher nicht die Zahl der Operatoren. Sie bildet die fachlich notwendigen Konzepte so ab, dass möglichst wenige relevante Treffer verloren gehen und die Ergebnismenge dennoch bearbeitbar bleibt.
Boolesche Suche und semantische Suche
Boolesche Suche und semantische Suche verfolgen unterschiedliche Ansätze.
| Merkmal | Boolesche Suche | Semantische beziehungsweise natürlichsprachliche Suche |
|---|---|---|
| Steuerung | Explizite Regeln durch Suchende | Interpretation durch Suchsystem |
| Synonyme | Müssen häufig ausdrücklich ergänzt werden | Können automatisch erkannt werden |
| Ausschlüsse | Präzise definierbar, sofern unterstützt | Oft weniger direkt kontrollierbar |
| Nachvollziehbarkeit | Suchlogik ist meist gut sichtbar | Interpretation kann weniger transparent sein |
| Stärke | Reproduzierbare, regelbasierte Auswahl | Bedeutungsähnlichkeit und flexible Formulierungen |
| Risiko | Relevante Varianten werden nicht genannt | System interpretiert Absicht anders als gewünscht |
Beide Verfahren können sich ergänzen. Boolesche Logik eignet sich, wenn klare Muss-, Kann- und Ausschlusskriterien vorliegen. Semantische Suche ist nützlich, wenn relevante Inhalte unterschiedliche Formulierungen verwenden oder das Suchsystem Zusammenhänge jenseits exakter Keywords erkennen soll.
Unterschiede zwischen Boolescher Suche, Filtern und X-Ray Search
Filter arbeiten meist mit strukturierten Feldern wie Standort, Datum, Sprache, Branche oder Dokumenttyp. Eine Boolesche Suche arbeitet dagegen primär mit logisch verknüpften Suchbedingungen. Moderne Suchoberflächen kombinieren beide Ansätze.
X-Ray Search bezeichnet im Recruiting und in der Webrecherche eine Technik, bei der eine externe Suchmaschine auf Inhalte einer bestimmten Website begrenzt wird, häufig mit einem Operator wie site:. X-Ray Search kann weitere Suchoperatoren enthalten, ist aber keine Synonymbezeichnung für die Boolesche Suche. Boolean Search beschreibt die logische Verknüpfung von Bedingungen; X-Ray Search beschreibt die Beschränkung der Websuche auf eine bestimmte Website oder Domain.
Erweiterte Suche ist ein Oberbegriff für Suchfunktionen, die über einfache Stichwörter hinausgehen. Dazu können Boolesche Operatoren, Filter, Feldsuchen, Datumsgrenzen, Phrasensuche, Proximity-Suche und andere Funktionen gehören.
Häufige Fehler bei der Booleschen Suche
Zu viele Pflichtbedingungen
Jede zusätzliche AND-Bedingung kann passende Treffer ausschließen. Das ist problematisch, wenn ein Merkmal nur anders formuliert oder im Dokument nicht ausdrücklich genannt wird.
Synonyme fehlen
Eine Suche nach nur einem Jobtitel, Produktnamen oder Fachbegriff bildet oft nicht alle üblichen Formulierungen ab. OR-Gruppen sollten die wichtigsten realen Varianten enthalten.
OR und AND werden ohne klare Gruppierung gemischt
Ein Suchstring wie
Designer OR Developer AND SaaS
kann je nach Plattform anders ausgewertet werden als beabsichtigt. Eine explizite Fassung ist klarer:
(Designer OR Developer) AND SaaS
NOT wird zu aggressiv eingesetzt
Ausschlüsse wirken auf das Vorkommen eines Begriffs, nicht zwingend auf dessen Bedeutung im Kontext. Ein irrelevantes Vorkommen kann einen ansonsten passenden Treffer entfernen.
Plattformsyntax wird ungeprüft kopiert
Wildcards, Großschreibung, Klammern, Minuszeichen und Operatorlimits unterscheiden sich zwischen Systemen. LinkedIn unterstützt beispielsweise kein * als Wildcard, XING dokumentiert den Asterisk dagegen ausdrücklich.
Boolesche Treffer werden mit Relevanz gleichgesetzt
Ein Treffer erfüllt die formulierte Bedingung. Daraus folgt nicht automatisch, dass er fachlich der beste Treffer ist. Moderne Systeme können zusätzlich ranken, gewichten oder semantische Signale einbeziehen.
Best Practices für Boolean Search
- Suchbedarf zuerst in getrennte Konzepte zerlegen
- Synonyme, Abkürzungen und Sprachvarianten innerhalb eines Konzepts mit OR bündeln
- Nur echte Muss-Kriterien mit AND verbinden
- Klammern bei gemischten Operatoren konsequent verwenden
- Phrasensuche nur einsetzen, wenn die genaue Wortfolge relevant ist
- NOT erst nach Sichtung typischer Störtreffer ergänzen
- Suchstrings schrittweise testen und anhand realer Treffer überarbeiten
- Strukturierte Filter nutzen, wenn sie ein Kriterium zuverlässiger abbilden als Freitext
- Die dokumentierte Syntax der jeweiligen Plattform prüfen
- Sehr lange Suchstrings vermeiden, wenn einzelne Bedingungen keinen zusätzlichen Informationsgewinn liefern.
FAQ zur Booleschen Suche
Was bedeutet Boolean Search?
Boolean Search bedeutet Boolesche Suche: Suchbegriffe werden mit logischen Bedingungen wie AND, OR und NOT verknüpft, um Treffer gezielt ein- oder auszuschließen.
Was sind die drei wichtigsten Booleschen Operatoren?
Die drei grundlegenden Operatoren sind AND für die Schnittmenge, OR für Alternativen beziehungsweise die Vereinigungsmenge und NOT für Ausschlüsse.
Sind Anführungszeichen und Klammern Boolesche Operatoren?
Nein. Anführungszeichen sind typischerweise ein Phrasenmodifikator und Klammern ein Gruppierungsmittel. Beide werden in vielen Suchsystemen zusammen mit Booleschen Operatoren verwendet.
Müssen AND, OR und NOT großgeschrieben werden?
Das hängt von der Plattform ab. LinkedIn und PubMed verlangen die Booleschen Operatoren in Großbuchstaben. Eine Großschreibung ist deshalb eine robuste Schreibweise, ersetzt aber nicht die Prüfung der jeweiligen Suchsyntax.
Funktioniert das Sternchen als Wildcard überall?
Nein. LinkedIn unterstützt * laut eigener Hilfe nicht als Wildcard. XING und PubMed dokumentieren dagegen Wildcard- beziehungsweise Trunkierungsfunktionen mit *.
Kann man Boolean Search bei Google verwenden?
Google unterstützt zahlreiche Suchoperatoren und erweiterte Suchfelder, darunter Anführungszeichen, Minuszeichen, site:, before:, after: und filetype:. Die Syntax ist jedoch nicht identisch mit der Booleschen Abfragesprache von LinkedIn, XING oder Literaturdatenbanken.
Was ist ein Boolean String?
Ein Boolean String ist eine konkrete Suchzeichenfolge, in der Suchbegriffe, logische Operatoren und gegebenenfalls weitere Suchmodifikatoren kombiniert werden, zum Beispiel ("SEO Manager" OR "SEO Specialist") AND Analytics.
Was ist der Unterschied zwischen Boolean Search und X-Ray Search?
Boolean Search bezeichnet die logische Verknüpfung von Suchbedingungen. X-Ray Search bezeichnet eine Websuche, die meist mit site: auf eine bestimmte Website oder Domain begrenzt wird. Eine X-Ray-Suche kann Boolesche Elemente enthalten, ist aber nicht dasselbe Verfahren.