SEO-News Wochenrückblick: KW #39 – 2026

Shape-gradient-c-grey

KW 39 bringt mehrere Änderungen, die sich direkt auf bestehende SEO-Prozesse auswirken. Google hat ein weltweites Spam-Update gestartet und macht multimodale Suchzugriffe in Search Console sichtbar.

Parallel können geeignete Shopify-Shops Käufe zunehmend direkt in AI Mode und Gemini abschließen. Neue Messdaten zeigen außerdem, wie häufig AI Overviews bei Google-Suchen auf US-Desktops erscheinen und wie stark der Google-Traffic im Publisher-Umfeld zurückgegangen ist.

Kurzübersicht der wichtigsten SEO-News

  • Google hat am 24. September ein weltweites Spam-Update für alle Sprachen gestartet, dessen Rollout bis zu zwei Wochen dauern kann.
  • Search Console erhält weltweit einen Filter für multimodale Suchzugriffe aus Lens, Circle to Search, Bild-Uploads und der Bildsuche in Chrome.
  • Für geeignete US-basierte Shopify-Shops wird der direkte Kaufabschluss in Google AI Mode und Gemini ausgerollt und ist bei berechtigten Shops standardmäßig aktiviert.
  • Comscore misst AI Overviews im Juni 2026 bei 39,4 Prozent der Google-Desktop-Suchen in den USA.
  • Fachberichte zum neuen Chartbeat Publisher Playbook nennen für das stark von Nachrichten- und Medienangeboten geprägte Netzwerk einen Rückgang der von Google Search erzeugten Seitenaufrufe um 40,2 Prozent von Juli 2025 bis Juli 2026.

SEO-News im Detail

Google startet weltweites September-Spam-Update

#Google-Search #Ranking Impact: Hoch, Offizielle Quelle

Was ist passiert?

Google hat am 24. September um 9:15 Uhr US-Pazifikzeit das September 2026 Spam-Update gestartet. Nach Angaben des Search Status Dashboards gilt es weltweit und für alle Sprachen. Der Rollout kann bis zu zwei Wochen dauern und war zum Redaktionsstand noch aktiv.

Google nennt für dieses Update keine zusätzliche neue Spam-Regel. Die bestätigte Nachricht ist der laufende Ranking-Rollout selbst. Einzelne Sichtbarkeitsbewegungen während dieser Phase lassen sich deshalb nicht allein aus ihrem Zeitpunkt einer bestimmten Spam-Ursache zuordnen.

Warum ist das wichtig?

Ein mehrtägiger Rollout erschwert kurzfristige Vorher-Nachher-Vergleiche. SEO-Teams sollten vor allem vermeiden, einzelne Tagesbewegungen vorschnell als dauerhaftes Ergebnis zu behandeln. Bleiben Verluste nach ausreichender Datenlage bestehen, wird dagegen eine gezielte Prüfung der betroffenen Seitentypen und der Google-Spamrichtlinien sinnvoll.

Was sollten SEOs jetzt tun?

  • Ranking- und Klickverläufe ab dem 24. September mit einer Update-Markierung dokumentieren und erst nach ausreichend Daten mit geeigneten Vorperioden vergleichen.
  • Bei anhaltenden, klaren Verlusten die Google-Spamrichtlinien gegen konkrete Muster der betroffenen Seiten prüfen, statt pauschal Inhalte umzubauen.

Quelle: Google Search Status Dashboard


Search Console zeigt multimodale Suchzugriffe separat

#Search-Console #Visual-Search Impact: Hoch, Offizielle Quelle

Was ist passiert?

Google führt in den Search-Console-Leistungsberichten einen neuen Suchtypfilter für multimodale Suche ein. Gemeint sind Suchvorgänge, bei denen Nutzer Bilder statt ausschließlich Text als Eingabe verwenden. Erfasst werden unter anderem Lens, Circle to Search auf Android, Bild-Uploads in die Google Suche und die Chrome-Funktion zum Suchen mit einem Bild.

Der Filter steht sowohl im Leistungsbericht für Suchergebnisse als auch im Bericht für generative KI-Funktionen zur Verfügung. Google rollt die Integration seit dem 24. September weltweit aus. Daten erscheinen, wenn eine Website tatsächlich Zugriffe aus solchen Suchvorgängen erhält, und lassen sich exportieren. Für diesen Suchtyp steht keine Suchanfragen-Dimension zur Verfügung, weil die Eingabe überwiegend aus Bildern statt aus Text besteht.

Warum ist das wichtig?

Bislang war die praktische Bedeutung visueller Suche für eine einzelne Website schwerer von anderen Suchwegen zu trennen. Die neue Ansicht zeigt erstmals getrennt, wie viele Impressionen und Klicks Websites über Kamera- und Bildsuchen erhalten. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, warum eine Seite dort erscheint oder welche Rolle die Bildqualität dabei spielt.

Was sollten SEOs jetzt tun?

  • Den neuen Filter nach dem Rollout prüfen und für Websites mit relevanten Daten einen Ausgangswert für Impressionen und Klicks festhalten.
  • Bei bildstarken Sortimenten und Inhalten multimodale Zugriffe nach Seitentypen auswerten und mit den bestehenden Textsuchdaten vergleichen.

Quellen: Google Search Central · Search Engine Roundtable


Shopify rollt Direktkauf in Google AI Mode und Gemini aus

#E-Commerce #AI-Search Impact: Hoch, Bestätigter Bericht

Was ist passiert?

Shopify führt Google AI Mode und Gemini über seine Agentic Storefronts für berechtigte Shops ein. Der direkte Checkout wird parallel für Google-Nutzer ausgerollt und ist für berechtigte Shopify-Shops standardmäßig aktiviert. In der derzeit dokumentierten Shopify-Konfiguration muss der Shop in den USA ansässig sein, an Kunden in den USA verkaufen und ein gültiges Google-Merchant-Center-Konto haben.

Bei aktivem Direktkauf können Kunden den Kauf innerhalb von Google AI Mode oder Gemini abschließen, ohne den Onlineshop zu besuchen. Die Produkte werden weiterhin über den Google & YouTube-Vertriebskanal oder das Merchant Center bereitgestellt. Shopify weist zugleich darauf hin, dass Google Analytics und clientseitige Custom Pixels im direkten Checkout nicht ausgelöst werden.

Warum ist das wichtig?

Für betroffene Händler verschiebt sich ein Teil des Kaufprozesses von der eigenen Website in die Such- und KI-Oberfläche. Produktdaten und Shop-Richtlinien bleiben für die Auffindbarkeit und den Kauf wichtig, während ein Teil der üblichen clientseitigen Messung nicht mehr greift. Für Shops außerhalb des derzeitigen US-Geltungsbereichs ist dies noch kein allgemeiner Rollout.

Was sollten SEOs jetzt tun?

  • Für infrage kommende US-Shops in den Agentic-Vertriebskanälen prüfen, ob der direkte Checkout aktiv ist und ob diese Einstellung zur Vertriebsstrategie passt.
  • Produktdaten sowie Versand-, Rückgabe- und Erstattungsrichtlinien zwischen Shopify und Merchant Center auf Konsistenz prüfen.
  • Das Messkonzept für Bestellungen aus dem Direktkauf prüfen, weil Google Analytics und clientseitige Custom Pixels dort nicht auslösen.

Quellen: Shopify · Google Merchant Center · Search Engine Land


Comscore misst AI Overviews bei 39,4 Prozent der US-Desktop-Suchen

#AI-Search #Search-Data Impact: Mittel, Originalstudie

Was ist passiert?

Comscore hat am 22. September seinen Q2 2026 AI Intelligence Report veröffentlicht. Nach den Paneldaten stieg der Anteil der Google-Desktop-Suchen mit AI Overview von 25,8 Prozent im Juli 2025 auf 39,4 Prozent im Juni 2026. Im selben Zeitraum stieg der Anteil von Bing-Suchen mit Copilot Search von 11,8 auf 17,3 Prozent.

Die Zahlen zeigen, wie häufig diese KI-Funktionen im gemessenen US-Desktop-Panel bei Suchanfragen erschienen. Sie stammen nicht aus der laufenden Septemberwoche und messen weder Klicks auf Websites noch den Traffic, den einzelne Domains daraus erhalten.

Warum ist das wichtig?

Die Messung zeigt, dass AI Overviews bei Google-Suchen auf US-Desktops inzwischen häufig erscheinen. Für SEO-Berichte ist aber die Trennung entscheidend: Ein hoher Anteil von Suchanfragen mit AI Overview sagt noch nichts darüber aus, ob eine bestimmte Website dort erscheint, verlinkt wird oder Klicks erhält. Der Wert lässt sich außerdem nicht ohne Weiteres auf andere Länder oder Geräte übertragen.

Was sollten SEOs jetzt tun?

  • Bei Auswertungen für den US-Markt unterscheiden, wie häufig AI Overviews in den Google-Suchergebnissen erscheinen und wie häufig die eigene Website darin sichtbar ist, zitiert wird oder tatsächlich Klicks erhält.
  • Den Wert von 39,4 Prozent nicht als globalen Marktanteil verwenden und für andere Märkte eigene oder marktbezogene Daten heranziehen.

Quellen: Comscore · Search Engine Land


Chartbeat-Playbook: Fachberichte nennen deutlich weniger Google-Traffic

#Publisher #Search-Traffic Impact: Mittel, Beobachtung

Was ist passiert?

Search Engine Journal und The Measure berichten aus Chartbeats neuem 2026 Publisher Playbook deutliche Verschiebungen bei den Zugriffsquellen im Publisher-Netzwerk. Demnach gingen die von Google Search erzeugten Seitenaufrufe von Juli 2025 bis Juli 2026 um 40,2 Prozent zurück. Im vorherigen Jahresvergleich lag der Rückgang laut den Fachberichten bei 21,9 Prozent.

Die Daten stammen aus Chartbeats eigenem Kundennetzwerk, das stark von Nachrichten- und Medienangeboten geprägt ist. In den zugänglichen Quellen fehlt eine Zahl der einbezogenen Websites. Search Engine Journal weist außerdem darauf hin, dass aus dem Playbook nicht eindeutig hervorgeht, ob die genannten Jahresrückgänge absolute Seitenaufrufe oder den Anteil des Kanals an den Seitenaufrufen meinen. Die Werte sind deshalb ein Orientierungswert für Publisher mit methodischer Unschärfe und keine Aussage über den gesamten Web-Traffic oder über E-Commerce-Websites.

Ein Trend beim Rückgang bei der organischen Sichtbarkeit ist für bestimmte Branchen bereits zu beobachten.

Warum ist das wichtig?

Für Publisher liefert die Entwicklung einen Anlass, die eigene Abhängigkeit von Google Search und Discover mit längeren Vergleichszeiträumen zu prüfen. Sie belegt jedoch nicht, dass KI-Antworten allein den Rückgang verursacht haben. Ebenso wenig folgt aus dem Netzwerkdurchschnitt, dass jede Nachrichtenseite denselben Verlauf sehen muss.

Was sollten SEOs jetzt tun?

  • Eigene Google-Search- und Discover-Verläufe im gleichen Juli-zu-Juli-Zeitraum getrennt auswerten, bevor externe Benchmarks auf die eigene Marke übertragen werden.
  • Bei einem ähnlichen Rückgang zusätzlich Direktzugriffe, wiederkehrende Besuche und die interne Weiterleitung zu weiteren Inhalten beobachten, um die Entwicklung des Google-Traffics besser einzuordnen.

Quellen: Chartbeat · Search Engine Journal · The Measure


Kurzmeldungen

Google unterstützt Sonderangebotspreise im Merchant-Listing-Markup

#E-Commerce #Structured-Data Impact: Mittel, Offizielle Quelle

Google hat am 23. September die Dokumentation für Merchant-Listing-Markup erweitert. Händler können den ursprünglichen, durchgestrichenen Preis jetzt über priceType in einer UnitPriceSpecification kennzeichnen, während der aktuelle Preis als aktiver Sonderangebotspreis angegeben wird. Google nennt dafür https://schema.org/StrikethroughPrice als unterstützten Wert. Damit lässt sich im Markup klarer zwischen dem regulären Preis und dem aktuellen Angebotspreis unterscheiden.

Für Shops mit zeitlich begrenzten Angeboten ist damit klarer dokumentiert, wie der reguläre und der reduzierte Preis in strukturierten Daten angegeben werden. Vor einer Umstellung sollten bestehende Product-Daten gegen die neuen Beispiele und die Regeln für aktive Preise geprüft werden.

Quellen: Google Search Central Changelog · Google Search Central


Google ergänzt VideoObject um creator und präzisiert Interaktionen

#Structured-Data #Video-SEO Impact: Mittel, Offizielle Quelle

Am 24. September hat Google die VideoObject-Dokumentation um die Property creator ergänzt und dabei die Unterstützung für author vermerkt. Gleichzeitig wurde interactionStatistic präzisiert, damit klarer ist, welche Interaktionstypen unterstützt werden. Das Changelog beschreibt damit eine dokumentierte Unterstützung und Klarstellung, nicht die Einführung eines neuen Rankingfaktors.

Websites mit Video-Markup sollten die vorhandenen Angaben mit der aktualisierten Dokumentation vergleichen. Für Seiten ohne entsprechendes Markup entsteht aus der Änderung kein unmittelbarer Arbeitsauftrag.

Quellen: Google Search Central Changelog · Google Search Central


Google Analytics führt Hostname-Allowlist per Include-Filter ein

#Analytics #Measurement Impact: Mittel, Offizielle Quelle

Google Analytics unterstützt seit dem 21. September Include-Datenfilter für Hostnames. Damit lässt sich eine Liste zugelassener Domains definieren, von denen Ereignisdaten in eine Property gelangen dürfen. Zuvor waren Hostname-Filter auf Ausschlüsse beschränkt, die bei neuen Spam-Quellen laufend angepasst werden mussten.

Für SEO- und Marketingberichte kann die Allowlist unerwünschte oder gefälschte Event-Daten aus einer Property fernhalten. Vor der Aktivierung sollten Analytics-Verantwortliche jedoch alle legitimen Hostnames erfassen, damit beispielsweise weitere eigene Domains nicht versehentlich ausgeschlossen werden.

Quelle: Google Analytics


Google Business Profiles dokumentiert Vier-Tage-Frist für vorgeschlagene Änderungen

#Local-SEO #Google-Business-Profile Impact: Mittel, Bestätigter Bericht

Google hat seine Hilfe zu vorgeschlagenen Änderungen an Business Profiles um eine klare Frist ergänzt. Wenn eine Änderung eine Prüfung erfordert und Google den Profilinhaber benachrichtigt, bleiben vier Tage zum Annehmen oder Ablehnen. Ohne Reaktion kann Google die Änderung veröffentlichen, wenn öffentlich verfügbare Informationen sie stützen. Bestimmte vorgeschlagene Änderungen kann Google weiterhin auch ohne vorherige Prüfung anwenden.

Die Dokumentation macht damit den Reaktionszeitraum transparenter, belegt aber nicht, dass der gesamte Prozess erst in dieser Woche eingeführt wurde. Local-SEO-Teams sollten Profilbenachrichtigungen deshalb zeitnah prüfen und dafür sorgen, dass öffentlich zugängliche Unternehmensangaben mit dem gewünschten Profilstand übereinstimmen.

Quellen: Google Business Profile Help · Search Engine Roundtable


Was von dieser Woche hängen bleibt

Die wichtigsten Änderungen dieser Woche betreffen nicht nur Rankings, sondern auch die Frage, wo Nutzer mit Google-Suche und KI-Funktionen interagieren und welche Daten dazu verfügbar sind. Das Spam-Update verlangt vor allem einen sauberen Zeitvergleich. Multimodale Search-Console-Daten und der Direktkauf in AI Mode und Gemini verändern dagegen, welche Schritte noch auf der Website stattfinden und dort gemessen werden können.

Die neuen Comscore- und Chartbeat-Zahlen sind dabei vor allem als Kontext nützlich. Sie zeigen, dass KI-Funktionen in der Suche häufig erscheinen und sich die Zugriffsquellen von Publishern deutlich verändern können, ersetzen aber keine eigenen Website-Daten. Besonders wichtig bleibt die Trennung zwischen der Verbreitung einer Suchfunktion, der Sichtbarkeit einer Website darin und dem Traffic, der tatsächlich auf der Website ankommt.


Redaktioneller Hinweis: Für diesen Wochenrückblick wurden Primärquellen, Originalstudien und etablierte Fachmedien redaktionell ausgewertet. Der Impact-Score basiert auf einer internen Bewertungsmatrix von Nioveo®.