Bestrafte Google KI-Inhalte? Eine Studie, in der 600.000 Seiten analysiert wurden, kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.
2023 veröffentlichte Google den „Leitfaden der Google Suche zu KI-generierten Inhalten“, in dem klargestellt wurde, dass KI-generierte Inhalte grundsätzlich kein Problem darstellen. Betrachtet man die Einführung von AI-Overviews und dem neuen AI-Mode in der Suche, liegt der Schluss nahe: Google selbst setzt verstärkt auf KI-generierte Inhalte.
Trotzdem hält sich in SEO-Kreisen weiterhin die Annahme, dass KI-erstellte Inhalten einen negativen Einfluss auf das „Wohlwollen“ von Google hat und der Suchmaschienenriese solche Inhalte gezielt abstraft.
Um das zu überprüfen, wurden von Ahrefs 600.000 Webseiten analysiert, um herauszufinden, ob Google KI-Inhalte bestraft, bevorzugt oder ignoriert.
Ausgehend von 100.000 zufällig gewählten Keywords wurden jeweils die Top-20-Ranking URLs ermittelt. Anschließend wurde der Content der URLs extrahiert und der Inhalt von 600.000 Seiten analysiert. Jeder Artikel wurde danach von einem KI-Detektor bewertet.
Wie viel KI steckt derzeit in Inhalten?
Die Auswertung der Analyse lieferte folgende Ergebnisse:
- 4,6 % der Seiten wurden als „reine KI-Inhalte“ klassifiziert
- 13,5 % waren komplett menschlich erstellt
- 81,9 % wiesen eine Mischung aus menschlichen und KI-Inhalten auf.
Inhalte die sowohl KI als auch menschlich geschriebene Inhalte aufwiesen, zeigte sich folgendes Bild:
- 13,8 % mit minimalem KI-Anteil (1–10 %)
- 40 % mit moderatem KI-Anteil (11–40 %)
- 20,3 % mit hohem KI-Anteil (41–70 %)
- 7,8 % mit dominierendem KI-Anteil (71–99 %).
Die meisten Top-Seiten sind KI-unterstützt
Nur 13,5 % der analysierten Top-20-Seiten wurden vollständig von Menschen geschrieben. Das bedeutet: 86,5 % enthalten KI-generierte Inhalte mit unterschiedlichen Anteilen.
KI wird nicht nur zum Schreiben genutzt, sondern auch zur Rechtschreibprüfung, Stilverbesserung, Titeloptimierung oder Ideenfindung. Wenn Google KI-Inhalte systematisch abstrafen würde, wären es schlicht nicht möglich, dass derart eindeutige Ergebnisse zustandekommen.
Es wird künftig kaum noch Content geben, der nicht auf irgendeine Weise KI-unterstützt ist.
Eine Umfrage unter 879 Marketern ergab, 87% nutzen KI zur Erstellung von Inhalten.
Ja (12,63%)
Nein (87,37%)
KI-Inhalte werden von Google weder bestraft noch belohnt
Die Korrelation zwischen dem Anteil an KI-generierten Inhalten und der Rankingposition ergab 0,011, also praktisch null. Es gibt somit keinen klaren Zusammenhang zwischen der Menge an KI-Inhalten und des SERP-Rankings. Damit liegt nahe, dass Google Inhalte weder abstraft noch bevorzugt, nur weil KI in dessen Erstellung beteiligt war.
Content-Qualität ist entscheidend
Google bewertet Inhalte maßgeblich nach ihrer Nützlichkeit für die User. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang sind die bekannten Prinzipien rund um Helpful Content und EEAT (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness).
Entscheidend ist somit, ob ein Text die Suchintention erfüllt, relevante Informationen liefert und vertrauenswürdig wirkt.
Google bewertet das Ergebnis, nicht den Entstehungsprozess. Content ohne Mehrwert rankt unabhängig ihrer Herkunft schlechter.
Reine KI-Inhalte ranken selten auf #1
Wer nach einem Silberstreifen am Horizont sucht, kann sich freuen. Seiten mit den besten Rankings enthalten tendenziell etwas weniger KI-generierte Inhalte. Unterteilt man die Seiten in drei Gruppen, minimale KI-Nutzung (0–30 %), etwas KI-Nutzung (30–70 %) und starke KI-Nutzung (70–100 %), stellt sich heraus, dass die Gruppe mit minimaler KI-Nutzung in geringem Maße mit höheren Platzierungen korreliert.
Fazit
Google interessiert sich primär dafür, ob Inhalte hilfreich sind – nicht, wie sie entstanden sind. Weder eine Bestrafung noch eine systematische Belohnung von KI-Inhalten ist erkennbar. Das bedeutet:
Wer KI nutzt, muss nicht befürchten, im Ranking abzustürzen.
Aber: Hochwertige Inhalte vollständig von KI erstellen zu lassen, bleibt eine Herausforderung. In der Praxis nutzen die meisten Content-Ersteller KI mit optimierten Prompts als Werkzeug – zur Unterstützung, nicht als Ersatz.
Die Annahme, dass KI-erstellter Content eine Art Rankingfaktor sei, ist nicht zutreffend.Selbst namhafte Hersteller nutzen KI für die komplette Erstellung von Werbekampagnen.